Vor ein paar Tagen erreichte uns ein Bericht von Bianca Sommerfeld, Geschäftsführerin SchutzengelWerk gGmbH Berlin, die uns ein Update zu unserem Förderprojekt 05/2025 gegeben hat. Wir haben im vorigen Jahr das Osterferienprogramm für hilsbedürftige und Imigrationskinder in Berlin Steglitz mit 2.350,- € gefördert (wir berichteten auf unserer Homepage darüber). Der Rückblick von Frau Sommerfeld hat uns beeindruckt, dass wir soviel mit unserer Förderung für die Kinder erreichen konnten. Bianca Sommerfeld schrieb uns:
In unserem Schutzengel-Haus Steglitz hat sich seit Ihrem Besuch viel entwickelt. Das Haus ist nach wie vor so lebendig, wie Sie es damals kennengelernt haben. Viele Kinder begleiten wir inzwischen schon seit mehreren Jahren. Es ist schön zu sehen, wie sie an Selbstvertrauen gewinnen, Verantwortung übernehmen und sich gegenseitig unterstützen. Besonders freut uns, dass wir unser Nachhilfeangebot dank engagierter ehrenamtlicher Unterstützer deutlich ausbauen konnten. Viele Kinder profitieren inzwischen von einer noch intensiveren Lernbegleitung – und wir merken jeden Tag, wie gut ihnen diese zusätzliche Zeit und Aufmerksamkeit tut.
Und weil gerade Sommerferien sind, ist bei uns ohnehin Ausnahmezustand – im schönsten Sinne. Sie wissen ja aus Ihrer Unterstützung unseres Osterferienprogramms ganz genau, wie wichtig gerade die Ferien für unsere Kinder sind. Während viele Familien verreisen oder gemeinsam Ausflüge unternehmen, verbringen armutsbetroffene Kinder die Ferien oft zu Hause – nicht selten allein oder ohne besondere Erlebnisse. Umso wichtiger ist es, dass wir ihnen auch in den Ferien einen Ort bieten, an dem sie Gemeinschaft erleben und einfach Kind sein dürfen. Deshalb sind unsere Teams derzeit fast jeden Tag mit den Kindern unterwegs – mal im Freibad, mal auf einem Ausflug, mal beim gemeinsamen Picknick oder einfach beim Toben im Park. Für viele unserer Kinder entstehen genau in diesen Wochen Erinnerungen, die sie ein Leben lang begleiten werden. Und ganz ehrlich: Gerade in diesen Tagen denken wir immer wieder an Ihr Osterferienprogramm zurück. Sie haben damals so vielen Kindern unvergessliche Erlebnisse ermöglicht – und ich bin sicher, dass viele von ihnen sich noch heute daran erinnern.
Auch die Kinder in unserem anderen Schutzengel-Haus in Hohenschönhausen sind gerade mitten in einem abwechslungsreichen Ferienprogramm. Als Sie uns damals besucht haben, war unser zweites Schutzengel-Haus im stark von Armut betroffenen Nord-Osten Berlins gerade erst eröffnet worden. Wir waren voller Zuversicht, gleichzeitig aber natürlich auch gespannt, ob unser Konzept dort genauso angenommen werden würde wie in Steglitz. Heute können wir sagen: Es war genau die richtige Entscheidung.
Das Schutzengel-Haus Hohenschönhausen hat sich zu einem echten Anlaufpunkt für die Kinder im Kiez entwickelt. Jeden Nachmittag füllt sich das Haus mit Leben. Manche Kinder kommen direkt nach der Schule, essen erst einmal in Ruhe zu Mittag und erzählen von ihrem Tag. Andere verschwinden sofort an den Hausaufgabentisch oder ziehen ihre Betreuer in lange Gespräche über alles, was sie gerade beschäftigt. Und natürlich wird genauso viel gelacht, diskutiert und gespielt.
Die meisten unserer Kinder besuchen uns inzwischen fast täglich und sagen ganz selbstverständlich: ...Ich gehe nachher ins Schutzengel-Haus... Oder noch schöner: ...Das ist mein zweites Zuhause... Genau das war immer unsere Hoffnung, als wir diesen Ort geschaffen haben. Heute dürfen wir erleben, dass diese Hoffnung Wirklichkeit geworden ist.
Natürlich erleben wir auch schwierige Tage. Nicht jede Geschichte verläuft geradlinig, und nicht jede Sorge verschwindet einfach. Aber genau darin liegt für uns der Kern unserer Arbeit: Wir sind nicht nur für einen Ausflug oder ein Ferienprogramm da. Wir bleiben. Tag für Tag. Woche für Woche. Jahr für Jahr. Für viele unserer Kinder ist gerade diese Verlässlichkeit das Wertvollste, was wir ihnen schenken können.
Oft denke ich an einen Jungen, der seit der Eröffnung unseres Hauses in Hohenschönhausen fast jeden Nachmittag zu uns kommt. Sein Leben ist von vielen Belastungen geprägt. Am Anfang fiel es ihm schwer, Vertrauen zu fassen. Heute spricht er ganz selbstverständlich davon, dass das Schutzengel-Haus sein zweites Zuhause ist. Solche Entwicklungen lassen sich weder planen noch erzwingen – sie entstehen, weil Kinder bei uns Zeit bekommen, und Geduld und verlässliche Beziehungen erleben dürfen. Genau dafür stehen unsere Schutzengel-Häuser.
Ihre Unterstützung hat dazu beigetragen, dass wir diesen Weg weitergehen konnten. Noch heute erzählen die Kinder von den Osterferien, die Sie damals mit Ihrer Stiftung ermöglicht haben. Für viele waren es Tage voller Erlebnisse, die sie ohne Ihre Hilfe niemals gehabt hätten. Solche Erinnerungen bleiben oft viel länger bestehen, als man zunächst vermutet.
Im Anhang habe ich Ihnen einen kleinen fotografischen Einblick in die letzten anderthalb Jahre in unseren beiden Schutzengel-Häusern beigefügt. Ich glaube, die Bilder vermitteln besser als Zahlen, was aus unserer Idee geworden ist und warum wir jeden Tag mit so viel Herzblut dabei sind.
Lieber Herr Wulkow, liebe Frau Wulkow, ich wollte mich heute vor allem einfach einmal wieder bei Ihnen melden und Ihnen zeigen, dass Ihre damalige Unterstützung bis heute nachwirkt. Dafür bin ich Ihnen sehr dankbar.
Herzliche Grüße aus Berlin sendet Ihnen
Bianca Sommerfeld
Fotos: Schutzengelwerk, Berlin mit freundlicher Genehmigung zur Veröffentlichung